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VI. Meine Aufgabe (Seth‘ Sicht)

 

Mein Kopf tat sehr weh, als ich aufwachte. Alles vor meinen Augen war verschwommen und ich konnte die Stimmen nur wie durch einen Nebel hören.

„Der arme Kleine. Vielleicht hätten wir ihm es schonender beibringen sollen“, meinte Lilys Mom.

„Hm“, murmelte July. „Das schlimmste kommt ja noch. Und ich habe die nette Aufgabe ihm das schonend beizubringen. Danke auch, Mom.“

„Hey, er kommt wieder zu sich. Wie geht es dir, Seth?“, unterbrach Mr. Jackson die beiden, sicher damit es zu keinem Streit kam.

„Na ja, es geht so. Ich glaube euch zwar, dass ihr Vamps seid, doch würdet ihr mir alles bitte erklären? Und mit ‚alles‘ meine ich auch alles. Klar?“, sagte ich tapfer. Ich wollte mir meine Angst nicht ansehen lassen, aber wahrscheinlich haben sie es sowieso schon gemerkt, wenn sie wirklich Vampire waren.

„Ja, alles klar. Aber du musst uns versprechen dass du ihr später erzählen wirst, dass du ihr im Schlaf zugehört hast. Das sie dir alles erzählt hat, okay? Ich weiß nicht, ob sie noch rechtzeitig wach wird um es dir selbst zu sagen“, sagte Mrs. J.

„Rechtzeitig bevor was…?“, hackte ich nach. „Julyen? ‚The Stage is yours‘“, sagte Mr. J und alle schauten July Erwartungsvoll an.

 

„Lilyen ist noch kein richtiger Vampir. Um einer zu werden, muss sie um Mitternacht ein Ritual durch stehen, zu Vollmond auf dem Friedhof. Da muss sie erst ein Kräutergemisch trinken. Dann entwickeln sich dann innerhalb von 30 Sekunden ihre Vampirzähne. Danach muss sie Tierblut aus einem Tontrog trinken. Nach dem sie den Trog ausgetrunken hat, muss sie einen Menschen beißen. In fast jeden Fall ist das der beste Freund oder die beste Freundin. Also muss sie dich dann beißen. Aber habe keine Angst. Sie wird dich auf keinen Fall töten, denn die Selbstbeherrschung haben alle Vamps von Anfang an. Es wird auch nicht weh tun. An deinem Hals entsteht dann nur eine Art Druck. Den merkst du aber kaum. Alles klar soweit?“

„Sorry, aber ich glaube ich muss kotzten“, antwortete ich ihm und rannte ins Bad. Über der Kloschüssel hängend, erbrach ich mich. Mrs. J war in null Komma nichts auch hier uns rieb mir den Rücken. „Alles wird gut, Seth. Alles ist in Ordnung“, beruhigte sie mich.

Als ich fertig war spülte ich meinen Mund aus und wir gingen wieder in die Küche.

„Alles okay, Kleiner?“, fragte July.

„Ja, alles okay, danke. Du kannst… weiter erzählen“, sagte ich. Ich zitterte immer noch am ganzen Körper. „Aber können wir bitte ins Wohnzimmer gehen? Da kann ich mich auf die Couch setzten.“

„Ja, ich denke das geht.“ Mrs. J nahm mich schnell hoch und trug mich auf die Couch. Ihre Haut war weich und warm. Ich hatte immer gedacht, dass Vampire harte und kalte Haut hatten, so wie sie es in Märchen erzählten. Sie setzte mich auf die Couch und ich deckte mich mit mehreren Decken zu.

„Dank Löwenzahn in Pfefferminztee ist das so“, sagte Lilyens Mom.

„Was ist so? fragte ich. „Na, unsere Körpertemperatur meine ich. Also, ich bin Gedankenleser. Ich kann zwar nur die Gedanken lesen, die über unsere Familie gedacht werden, aber besser als nichts, oder?“ Sie lächelte.

Julyen setzte sich neben uns. „Also, nach dem Lily dein Blut getrunken hat“, erzählte er weiter, und mir wurde schon wieder schlecht. Dieses Mal riss ich mich aber zusammen. „Fällt sie in einen tiefen Schlaf. Du musst sie dann auffangen, weil sie direkt umkippt, wenn sie nicht mehr durstig ist. Jedenfalls schläft sie dann um die 4 Tage durch und wenn sie wieder aufwacht beginnt das Training. Das wird ein bisschen schwierig. Aber das ist erstmal alles was du wissen musst. Aber warte… du und Lilyen, ihr kommt noch zusammen. Ihr werdet euch lieben und so.“

Ich lächelte.

„Schön, dass es bei dir schon wirkt. Bei ihr nämlich auch. Also, du musst nachher, wenn sie wach ist, in ihr Zimmer gehen und sie küssen, verstanden?“, diktierte mir Julien. Es war ein komisches Gefühl gesagt zu bekommen, wen man wann und wo küssen sollte, aber dagegen hatte ich nichts. Ich lächelte immer noch und nickte.

„Gut. Der Kuss besiegelt eure Liebe. Ihr seit beide noch vierzehn, dass heißt, dass eure Liebe umso stärker ist und das ihr nicht ohne einander könnt“, meinte Julien und zuckte die Schultern.

„Ach ja, und deine blauen Augen halten andere Vampire davon ab, dich zu beißen, weil du dann nur Lily gehörst. Lily wird dich zwar ab und zu beißen, aber wie gesagt, das tut nicht weh.“ Diesmal meldete sich Mr. J. zu Wort. Er sieht traurig aus. Es fällt ihm bestimmt schwer seine einigste Tochter groß werden zu sehen.

Mrs. Jackson tippte mich an. Ich schaute zu ihr und sie nickte lächelnd. Stimmt ja, sie konnte meine Gedanken lesen.

„JULYEN!“, brüllte Lilyen wie gerufen aus ihrem Zimmer. Sie war wach. Ich schaute noch schnell auf die Uhr. Es war schon zehn Minuten nach um neun. Wow, wie schnell doch die Zeit verging!

„Und das Ritual ist heute Nacht?“ fragte ich während ich aufstand.

„Ja. Wir müssen halb zwölf losfahren. Kläre das bis dahin mit Lily. Und jetzt, ab marsch! Du musst meine Tochter glücklich machen“, sagte Mrs. J.

Danke, dachte ich. Sie sind echt super nett, Mrs. J. Dabei schaue ich sie an und lächelte.

„Nenn mich doch einfach Carolyn“, antwortete sie mir.

„Und mich darfst du Joey nennen.“ Ich drehte mich um. Auch Mr. J, ich meine Joey, lächelte.

„Danke, Joey, Carolyn und July. Bis dann!“, sagte ich und flitzte die Treppe hoch. Dann stand ich vor Lilys Zimmertür. Ich wartete, vielleicht fünf Sekunden, vielleicht fünf Minuten.

Dann klopfte ich. 

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